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Fragen
und Antworten über Sachverständige
Bei Streitigkeiten
wird oftmals nach dem Sachverständigen oder dem Gutachter gerufen.
Der - so die Begründung - wird als neutrale Person den Parteien sagen,
ob und wenn welche
Fehler bei einer ausgeführten Leistung vorliegen oder eben nicht.
Der Weg ist
in der überwiegenden Zahl der Fälle der einzig gangbare Weg,
um z. B. Emotionen auf der
einen oder anderen Seite in der Beurteilung eines Sachverhalts außen
vor zu lassen.
Aber - wer ist denn sachverständig?
Als sachverständig
kann man die Personen bezeichnen, die sich als Experten auf einem Gebiet
hervorgetan haben.
Das sind unter anderem Personen, die eine entsprechende Ausbildung oder
eine sehr große
Erfahrung für ein Aufgabengebiet aufweisen können.
Für den
Bereich des Bauwesens kann man festestellen, dass es einer recht großen
Anzahl von
Sachverständigen bedarf, da es eine Vielzahl von Einzelgewerken gibt,
die in eine Baustellenabwicklung
involviert sind.
Im Grunde kann der Geselle als Handwerker auf der Baustelle schon als
Sachverständiger gelten.
Die Spezialisierung kann dabei auch auf sehr beschränkten Gebieten
vorhanden sein.
Aber - warum nennt sich dann nicht
jeder Handwerker Sachverständiger?
Grundsätzlich
ist aus juristischer Sicht dem nichts entgegenzusetzen. Der Begriff Sachverständiger
oder
Gutachter ist kein geschützter Begriff.
Allerdings weckt das Führen des Titels ein gewisses Begehren bei
streitenen Parteien.
Es wird erwartet, dass der Sachverständige eine neutrale Begutachtung
und Beurteilung einer
ausgeführten Bauleistung erbringt. Um diesen gerechtfertigten Ansprüchen
ausreichend Genüge tun zu
können, bedarf es dennoch einiger weiterer Voraussetzungen.
Ein geeigneter
Sachverständiger im Bauwesen betrachtet nicht ausschließlich
sein eigenes, unter Umständen
beschränktes Aufgabengebiet innerhalb seines Gewerks, sondern zieht
zusätzlich die Umgebungsparameter
in seinen Beurteilungen hinzu. Durch Erkennen des Gesamtzusammenhangs
und mit den Erfahrungswerten,
die ein Sachverständiger haben muß, wird eine den Umständen
entsprechende Beurteilung das Ergebnis
einer Begutachtung sein. Der Sachverständige muß zudem noch
über ein ausgeprägtes theoretisches
Fachwissen verfügen.
Diesen Anforderungen
sollte auch der sogenannte freie Sachverständige unbedingt erfüllen.
Bei den öffentlich
bestellten und vereidigten Sachverständigen kommen weitere Anforderungen
hinzu.
In technischer Hinsicht durchlaufen sie ein Prüfungsverfahren in
der Art, dass sie mindestens 1 Gutachten
unter der Obhut eines Prüfungsgutachters erstellen müssen. Bei
dem durch den Prüfling erstellten Gutachten
werden die Erfordernisse, die an ein gerichtbestelltes Gutachten gestellt
werden, bewertet.
Das sind unter anderem die Einhaltung der juristischen Notwendigkeiten
in Form und Gestaltung sowie
den inhaltlichen Anforderungen daran, der Schlüssigkeit der Beschreibung
und Beurteilung der vorgefundenen
Gegebenheiten und deren technische Richtigkeit.
In einer folgenden
mündlichen Prüfung werden zusätzlich die Kenntnisse abgefragt,
die die Anwärter
einer öffentlichen Bestallung in den erforderlichen Seminaren ( z.
B. mehrtägige Seminare in speziellen
Akademien mit anschließender Prüfung, s. Schloß Raesfeld)
erworben haben. Neben dem erforderlichen
Fachwissen, den juristischen Hintergründen und den daraus resultierenden
Verpflichtungen, werden
noch die charakterlichen Eigenschaften der Bewerber beurteilt.
(C) sachverstand dach
2008 |